's Heftpflaster

    Apotheke

    Zusammen in die Zukunft - Interview mit Antonia Trennheuser, leitende Apothekerin

    Am 28./29.02.2020 öffneten die Türen der neu umgebauten Volksapotheke Zum Rüden. Herzliche Gratulation!

    Wie fühlt es sich an, dass die Apotheke nach dem langen Umbau nun fertig ist?

    Es ist ein schönes Gefühl, die Planungen auf Papier umgesetzt zu sehen. Während des Umbaus mussten wir mit einigen Widrigkeiten das Tagesgeschäft weiter betreiben, was das Ganze nicht immer einfach gemacht hat. Ich möchte mich an dieser Stelle zum einen bei meinem Team bedanken, das während der gesamten Bauzeit einen hervorragenden Job geleistet hat und zum anderen auch bei unseren Kunden, die trotz Lärm und Baustaub den Weg zu uns in den Rüden gefunden haben.

    Wie haben Sie die Neueröffnung erlebt?

    Es freut mich ausserordentlich, dass uns so viele Leute am Eröffnungswochenende besucht haben, um die neue Gestaltung und das erweiterte Sortiment zu begutachten. Es gab viele Komplimente für das helle und offene Design sowie die einladende Atmosphäre, die wir nicht zuletzt mit der Teebar für unsere Kunden schaffen konnten. Diese lädt zum Degustieren verschiedener Teesorten oder einfach zum Verweilen ein - ein hohes Gut in der heutigen Zeit, in der scheinbar immer alles schnell gehen muss. Diese durchweg positive Resonanz ist natürlich schön und bestätigt unsere Überlegungen in Bezug auf das Gesamtkonzept der Apotheke.  

    Sie haben im Dezember die Funktion der leitenden Apothekerin des Rüden übernommen. Das war sicherlich ein steiler Einstieg! Haben Sie sich mittlerweile an die neue Funktion gewöhnt?

    Ich bin mittlerweile seit drei Jahren im Rüden tätig und konnte mir während dieser Zeit das Wissen über Prozesse und Abläufe in der Apotheke aneignen. Da die Nachfolgeregelung bereits frühzeitig eingeleitet worden ist, hatte ich genügend Zeit, mich auf die neue Aufgabe vorzubereiten. Natürlich gehen mit der neuen Position viele neue Aufgaben und Herausforderungen einher, jedoch weiss ich ein tolles Team um mich und freue mich sehr auf die gemeinsame Zukunft.

    Welche Herausforderungen kommen auf Sie als leitende Apothekerin zu?

    Zurzeit gibt es einige Veränderungen im Gesundheitswesen: Die Revision des Medizinalberufegesetzes beispielsweise sowie die Selbstdispensation der Ärzte im Kanton Schaffhausen seit 01.01.2018. Im Januar 2020 traten ausserdem Änderungen im Heilmittelgesetz und Krankenversicherungsgesetz in Kraft. Dies sind nur einige Beispiele. Es wird eine Herausforderung sein, all diese Veränderungen zu beobachten und zu verfolgen, einzuordnen und als Unternehmen flexibel darauf zu reagieren. Daneben sind ausserdem laufend neue Prozesse zu erarbeiten und zu etablieren, vor allem im Bereich der Digitalisierung und des Qualitätsmanagements.

    Nun ist der Umbau abgeschlossen. Wie sind Ihre weiteren Pläne für die Apotheke?

    Mit dem Umbau sind wir den ersten Schritt in die Zukunft gegangen. Dieser ermöglichte es uns, das Sortiment um ausgewählte Naturkosmetika, Reformartikel und das Angebot für Eltern zu erweitern. Zukünftig möchten wir ausserdem unsere Dienstleistungsangebote ausweiten und anpassen. Neben Blutdruck- und Blutzuckermessungen, wie sie schon seit Jahren bei uns angeboten werden, gehören dazu ein individueller und umfassender Beratungsservice mit weiterführenden Untersuchungen sowie Dienstleistungen wie das Ausmessen von Kompressionsstrümpfen und Impfungen. Dafür sind noch teilweise spezielle Ausrüstungen notwendig, aber auch hier wurde mit unseren grosszügigen Beratungs- und Behandlungsräumen im ersten Stock vorgesorgt. Unser Ziel ist es, als Erstanlaufstelle für gesundheitliche Probleme und Fragen einen Beitrag für eine optimale Grundversorgung der Bevölkerung leisten zu können.

    Sie sprechen von einer Erweiterung des Sortiments, u.a. im Bereich Kosmetik. Welche meinen Sie?

    Wir konnten einige Marken im Bereich der Naturkosmetik in unser Sortiment aufnehmen. Melvita beispielsweise, eine französische Ecocert®-zertifizierte Marke aus der Region Ardèche, die von der Ernte und Produktion bis über die Handelswege hinaus auf Nachhaltigkeit achtet; auch ihre Verpackungen sind biologisch abbaubar. Ausserdem zeichnet sie sich durch ein hohes soziales Engagement aus. Daneben findet man neu die Naturkosmetiklinie Goloy 33, deren Konzept auf Schüssler-Salzen besteht und die kleine, aber feine Linie Sidefyn. Ihre Produkte basieren auf dem Naturprodukt Molke und werden ausschliesslich in der Schweiz produziert. Ausserdem haben wir unsere Produktepalette mit IDUN Minerals ergänzt, eine apothekenexklusive dekorative Kosmetiklinie aus Schweden, deren Produkte zu 100% vegan sind. Die Marken im Detail zu erklären würde den Rahmen sprengen, aber das ganze Team steht natürlich für weitere Fragen sehr gerne zur Verfügung.

    Neben all der Kosmetik gibt es jetzt übrigens auch eine Reformecke, in der es eine grosse Auswahl verschiedener Teesorten, Getreideprodukte und verschiedene Öle und Gewürze zu entdecken gibt.

    Nun zu Ihnen, stellen Sie bitte sich den Schaffhausern kurz vor. (Interessen, Hobbies, was macht Sie aus?)

    Bereits meinen Studienort für Pharmazie habe ich mit Freiburg (Deutschland) entsprechend meinen Interessen ausgewählt: Ich geniesse es, in der Natur zu sein und Zeit mit Menschen zu verbringen. Sei es beim abendlichen Spaziergang am Rhein oder beim Wochenend-Ausflug in Richtung Bodensee. Daneben bin ich in meiner Freizeit viel sportlich aktiv, was natürlich auch perfekt zum Freizeitangebot in Schaffhausen passt.

    Wieso haben Sie sich für den Apothekerberuf entschieden? Was gefällt Ihnen besonders?

    Schon früh interessierte ich mich besonders für naturwissenschaftliche Fächer wie Biologie und Chemie. Das Studium der Pharmazie verband beides. Während des Studiums hat es mir die Pharmakologie besonders angetan; die Lehre der Wechselwirkungen zwischen Wirkstoffen und Lebewesen, also die Wirkung von Substanzen im Organismus. Ich finde es sehr spannend, mit welchen biochemischen Mechanismen ein speziell aufgebautes Molekül verschiedene Vorgänge im Organismus auslöst und zu einem gewollten (oder auch ungewollten) Effekt führen kann. Gleichzeitig bringt der Beruf eine grosse Nähe zum Menschen mit sich; ein für mich optimales Zusammenspiel aus Wissenschaft und der Arbeit mit Menschen.

    Welche Chancen sehen Sie, die Herausforderungen für den Beruf in Zukunft zu meistern?

    Ich denke, wir haben gute Chancen, unser fachliches Wissen durch die Erweiterung des Dienstleistungsangebotes vermehrt anzuwenden und unter Beweis zu stellen. Dies wurde vom Bundesrat mit der Revision des Heilmittel- und Medizinalberufegesetzes gestützt. Dadurch soll einerseits die Nutzung der Apotheken als niederschwelliger Zugang zum Gesundheitssystem, sowie andererseits die verstärkte Nutzung der pharmazeutischen Kompetenz zur Qualitätssteigerung in der Arzneimitteltherapie gefördert werden.

    Eine dieser Dienstleistungen nennt sich «Anamnese in der Grundversorgung» und erlaubt die Diagnose und Behandlung häufiger Gesundheitsstörungen und Erkrankungen. Diese Kompetenzerweiterung stellt für mich eine Bereicherung des Apothekerberufs dar, wenngleich es eine Herausforderung sein wird, bis sich diese Vielfalt des Angebots etabliert hat.

    Welchen Stellenwert messen Sie der Apotheke in der heutigen Zeit zu? Heutiger Umgang der Menschen mit der Gesundheit?

    Ich denke, diese Fragen kann ich nur ganzheitlich und nicht gesondert voneinander beantworten. Grundsätzlich stellen Apotheken die ordnungsgemässe Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln sicher. Der einfache Zugang, ohne Terminabsprache und Zeitdruck, ermöglicht die rasche Behandlung leichter Erkrankungen für Patientinnen und Patienten ohne Hausarzt und ausserhalb der Öffnungszeiten der Hausarztpraxis. Auch der von den meisten Apotheken angebotene kostenlose Hauslieferdienst stellt für viele Menschen eine wichtige und unverzichtbare Dienstleistung dar. Die Apotheken bilden damit einen wichtigen Teil der gesundheitlichen Versorgung und sind, je mehr sie sich an den Bedürfnissen der Kunden orientieren, auch auf lange Sicht unverzichtbar im Gesundheitssystem.

    Die Menschen wiederum werden durch das digitale Angebot an Informationen aufgeklärter und sensibler, wenn es um ihre Gesundheit geht. Das führt dazu, dass die Bedeutung von Apotheken als erste Anlaufstelle für Medikamente und Produkte zur Steigerung des körperlichen und seelischen Wohlbefindens wächst. Das Ziel ist, mit allen Medizinalberufen interprofessionell koordiniert zusammen zu arbeiten, um die Qualität der ambulanten Arzneimittelversorgung zu steigern. Somit können auch überfüllte Arztpraxen entlastet werden. Das wiederum bedeutet für uns, einem höheren medizinischen Beratungsaufwand gerecht zu werden, weswegen die Beratungsräume in der ersten Etage in der neuen Apotheke erstellt worden sind.

    Was sind Ihre Wünsche für die Zukunft? 

    Für die drei Volksapotheken wünsche ich mir, dass sie die Herausforderungen der Zukunft weiterhin meistern und ihren wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung der Schaffhauser Bevölkerung leisten. Ausserdem freue ich mich darauf, zusammen mit meinem Team das Angebot der Volksapotheke Zum Rüden weiter auszubauen und für unsere Kunden da zu sein. Ich wünsche mir für den Rüden, mit unserem umfassenden Beratungsangebot, weiterführenden Services wie unserem Hauslieferdienst sowie dem ausgewählten Sortiment in schöner Atmosphäre eine zentrale Anlaufstelle für alle gesundheitlichen Belange zu sein und lade alle Schaffhauser herzlich ein, sich davon zu überzeugen.

     

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