's Heftpflaster

    's Heftpflaster 02/20

    Gesundheit, Allergie, Heuschnupfen

    Was sind Allergien und wie entstehen sie?

    Bild: Eclipse Studios GmbH

    Der Frühling sorgt nicht nur für gute Laune! Während andere in den Park strömen, um die warmen Tage des Jahres zu geniessen, verkriecht sich Maura in ihrem Zimmer. Mit dem Frühling beginnt für sie und viele andere Pollenallergiker eine lästige Zeit.

    Unser Immunsystem überprüft fortlaufend körperfremde Substanzen, die über den Magen-Darm-Trakt, die Nase oder die Haut in den Körper gelangen, ob es sich dabei um Krankheitserreger handelt. Falls ja, ist eine komplexe Abwehrreaktion die Folge. Nun kann es vorkommen, dass das Immunsystem sich fälschlicherweise gegen ein Allergen – eine an sich harmlose körperfremde Substanz – wehrt. Sobald sich diese Reaktion durch Beschwerden wie tränende und juckende Augen, Niesreiz oder Atemnot aufgrund geschwollener Schleimhäute oder durch Magen-Darm-Beschwerden äussert, wird von einer Allergie gesprochen. Genauso können juckende Ekzeme auf der Haut ein Hinweis sein. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem allergischen Schock, der zum Atem- und Kreislaufstillstand führen kann.

    Je nachdem, auf welche Weise das Immunsystem auf einen Stoff reagiert, unterscheidet man vier verschiedene Typen. In die Kategorie der Typ-I-Allergien – auch IgE-vermittelte Allergie oder Allergie vom Soforttyp genannt – fallen rund 90 Prozent der Allergien: die Pollen-, Hausstaub-, Nahrungsmittel- und auch die Insektengiftallergien gehören dazu. Die vom Immunsystem gebildeten IgE-Antikörper bekämpfen die Allergene und veranlassen die Ausschüttung von Entzündungsbotenstoffen wie Histamin. Dieses löst bereits wenige Minuten bis wenige Stunden nach dem Kontakt Schwellungen der Haut oder Schleimhäute aus – eine verstopfte Nase oder Atembeschwerden sind die Folge.

    Pollenallergie

    Bei Heuschnupfen reagieren Allergiker wie Maura auf die Allergene an der Oberfläche der Pollenkörner. Die- se enthalten die männlichen Keimzellen der blühenden Pflanzen. Je nach Pflanzenart unterscheidet sich die Oberflächenstruktur der sozusagen leblosen Hülle eines Pollenkorns in ihrem Aussehen, der Grösse und den Öffnungen erheblich und bildet somit die artspezifische „Identitätskarte“ einer Pflanze. Insektenbestäubte Pflanzen sind verträglicher, da deren Pollen relativ schwer und klebrig sind und in geringerer Anzahl produziert werden. Windbestäuber stossen demgegenüber sehr grosse Mengen an Pollen aus und manche kleineren Pollen können bis zu 300 km weit durch die Luft treiben.

    Beginnend mit Hasel, Erle und Esche im Frühling kann sich der Pollenflug mittlerweile mit der Blütezeit der Gräser und Kräuter teilweise bis in den Herbst ziehen. Umweltschadstoffe wie Abgase und Feinstaub und andere noch nicht eindeutig geklärte Ursachen, können Pollen aggressiver machen, indem sie deren Oberflächenstruktur verändern. In Studien reagierten allerdings auch Nicht-Allergiker mit heuschnupfenähnlichen Symptomen, jedoch ohne die klassische Antikörperbildung!

    Bei der Pollenallergie, deren Veranlagung oft vererbt ist, als allergische Reaktion vom Soforttyp findet die IgE-vermittelte Reaktion an denjenigen Körperstellen statt, auf welche die Allergene direkt treffen, also die Bindehaut der Augen, die Schleim- haut der Nase und die Bronchien.

    Dies führt zu folgenden Symptomen:

    • Fliessschnupfen, – reichlich wässriges Sekret
    • Verstopfte Nase durch die ge
    schwollene Schleimhaut
    • Heftige, häufige Niesattacken – drei- oder mehrmals hinterein
    ander
    • In den Augen: Rötung, Juckreiz,
    Brennen mit Tränenfluss, Lichtempfindlichkeit
    • Kopfschmerzen, Müdigkeit, Ab
    geschlagenheit, Reizbarkeit
    • Halskratzen, Husten oder Atem
    not bis zum Asthma bronchiale

    Volksgesundheitliche Auswirkungen

    Der Anteil der Bevölkerung, der an Heuschnupfen leidet, hat sich in neue Altersklassen verschoben. Rund jeder zehnte Patient, der erstmals mit Heuschnupfen in die Behandlung kommt, ist heute älter als 60 Jahre. Parallel leiden immer jüngere Altersklassen unter dem Pollenflug. Der Anteil der Kleinkinder mit den gleichen Beschwerden liegt mit steigender Tendenz inzwischen bei 4-7 Prozent.

    Heuschnupfen ist nicht nur körperlich anstrengend. Er beeinträchtigt auch die geistige Leistungsfähigkeit. Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme treten ebenfalls auf. Dennoch lassen sich nur etwa zehn Prozent medizinisch behandeln. Die meisten verzichten auf eine Behandlung, weil sie den allergischen Schnupfen zwar für lästig, aber harmlos halten. Bei etwa 30% der Patienten kann sich innerhalb von 10 Jahren ein chronisches Asthma bronchiale entwickeln, wenn einer Behandlung vorher zu wenig Beachtung geschenkt wurde.

    Nahrungsmittelallergie

    Bei einer Allergie auf Lebensmittel reagiert der Körper mit Übelkeit und Erbrechen, Juckreiz oder Anschwellen der Mundschleimhäute oder Hautausschlag auf an sich harmlose Eiweisse. Schlimmstenfalls kann es zum allergischen Schock kommen. Die Symptome treten meist innerhalb weniger Minuten bis zu zwei Stunden nach dem Kontakt auf, es handelt sich also auch hier um eine Allergie des Soforttyps. Bei Verdacht auf eine Allergie führt ein Facharzt Blut- und Hauttests oder eventuell eine orale Provokation durch. Grundsätzlich sollten Lebensmittel, die bereits einmal eine Reaktion hervorgerufen haben, gemieden werden. Ist die Allergie schwerwiegend, verschreibt der Facharzt ein personalisiertes Notfallset, das der Allergiker immer bei sich tragen muss.

    Ebenfalls verbreitet sind Nahrungsmittelintoleranzen. Dabei handelt es sich um keine Allergien, das heisst, es findet keine Reaktion des Immunsystems auf Allergene statt. Stattdessen gehen die Beschwerden darauf zurück, dass das Verdauungssystem bestimmte Lebensmittelbestandteile nicht richtig verdauen kann. Oftmals ist der Grund ein fehlendes oder unzureichend funktionierendes Enzym, das im Dünndarm bestimmte Zucker abbaut. Beispiels- weise spaltet das Enzym Laktase den Milchzucker, genannt Laktose. Bei Enzymmangel gelangt die Laktose unverändert in den Dickdarm und Bakterien vergären dort den Zucker und ziehen Blähungen und teilweise Durchfall nach sich. Neben Laktose kann auch Fruktose Ursache einer Unverträglichkeit sein. Wir sprechen in der Wissenschaft von Laktose- und Fruktoseintoleranz.

    Diagnose und Desensibilisierung

    Um genau zu wissen, auf welche Allergene ein Patient allergisch ist, führt ein Facharzt Hauttests durch, indem Pollenextrakte auf die Haut geritzt werden. Blutuntersuchungen ergänzen die Diagnose.

    Die einzige Therapie, die versucht, die Allergie ganz zu beseitigen, ist die Desensibilisierung. Dabei wird dem Betroffenen das Allergen in langsam steigender Dosierung gespritzt, um ihn zu desensibilisieren, das heisst, ihn unempfindlich gegen das Allergen zu machen. Das Immunsystem reagiert dann meistens mit einer Umstellung, so dass Allergene, die vorher eine krankmachende Abwehrreaktion ausgelöst haben, wie- der vertragen werden.

    Volksapotheke hilft

    In der Apotheke bieten wir eine symptomatische, vorbeugende und begleitende Behandlung an, in der Regel jedoch nur für eine kurzfristige Anwendung. Bei akuten Beschwerden helfen antiallergische Tabletten, bei angeschwollener Nasenschleim- haut schaffen Nasensprays Erleichterung und Augentropfen lindern den Juckreiz in den Augen.

    Kommen Sie vorbei und lassen Sie sich beraten!

     

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