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    Top Thema, Gesundheit, Kinder, Allergie, Heuschnupfen

    Heuschnupfen bei Kindern

    Der Frühling bringt nicht nur Blüten, sondern auch Herausforderungen für Familie P. Mutter Heidi sowie die Töchter Lisa und Mia kämpfen mit allergischem Heuschnupfen. Erfahren Sie mehr über Kinderallergien, die Unterschiede in der Behandlung zu Erwachsenen und die Immuntherapie.

    Text Claudia Philippek, leitende Apothekerin

     

    Endlich Frühling – schon beim Aufwachen ist es hell, die Vögel zwitschern, die Wintermäntel können im Schrank verschwinden und die Natur zeigt sich in bunten Farben. Doch für Familie P. ist der Frühling immer eine Herausforderung. Schon im Februar beginnen bei Mutter Heidi und Tochter Lisa die Augen zu jucken und die Nase zu laufen. In diesem Jahr klagt auch die fünfjährige Mia, Lisas kleine Schwester, über ständigen Niesreiz. Und woher kommt Lisas hartnäckiger Husten? Eine Erkältung hat sie nicht.

    Heuschnupfen – auch saisonale allergische Rhinitis genannt – ist eine allergische Reaktion auf Pollen von Bäumen, Gräsern und Kräutern. Der feine, pulverförmige Pollenstaub enthält Eiweisse, die für unsere Schleimhäute eigentlich harmlos sind. Wenn unser Immunsystem auf das Einatmen dieser Pollen wie auf Krankheitserreger reagiert und überreagiert, spricht man von einer Allergie. Bei Kindern tritt die allergische Rhinitis meist erst nach dem fünften Lebensjahr auf. Während in diesem Alter etwa fünf Prozent der Kinder betroffen sind, steigt die Häufigkeit im jungen Erwachsenenalter auf etwa 15 %. Generell ist eine Zunahme der Atemwegsallergien in allen Altersgruppen zu beobachten.

    Ursachen der Zunahme von Allergien bei Kindern

    Wichtige Faktoren für die Zunahme allergischer Reaktionen sind Luftverschmutzung und Klimawandel. Kinder, die in einer industrialisierten Umgebung mit hohen Schadstoffkonzentrationen in der Luft aufwachsen, sind stärker gefährdet. Schadstoffe wie Stickstoffdioxid und Ozon verändern die Pollen und machen sie aggressiver. Gleichzeitig schädigen Luftschadstoffe die empfindlichen Schleimhäute von Kindern und machen sie anfälliger für Entzündungsprozesse. Hinzu kommt die Klimaerwärmung, die dazu führt, dass mehr Pollen früher im Jahr freigesetzt werden. Fehlende Reize für das Immunsystem tragen vermutlich ebenfalls zur Zunahme von Allergiebeschwerden bei. Die sogenannte Hygiene- oder Bauernhofhypothese beruht auf der Beobachtung, dass Bauernkinder seltener an Allergien wie Heuschnupfen, Asthma oder Hauterkrankungen leiden als Stadtkinder. Die hygienischen Bedingungen scheinen also eine wichtige Rolle bei der Entwicklung allergischer Erkrankungen zu spielen: Man geht davon aus, dass die «Konfrontation» des kindlichen Organismus mit Schmutz und Keimen eine Voraussetzung für die normale Entwicklung des Immunsystems ist. Die Theorie besagt, dass «Mehr Dreck» verhindere, dass sich das Immunsystem an der Entwicklung allergischer Erkrankungen austoben kann.

    Unterschiede in der Behandlung von Kindern und Erwachsenen

    Die Symptome einer Pollenallergie sind bei Kindern und Erwachsenen ähnlich. Vor der Diagnose müssen bei Kindern jedoch andere Erkrankungen abgegrenzt werden. Rachenpolypen (Adenoide) kommen bei Kindern häufig vor und führen zu einer erschwerten Nasenatmung, also einer verstopften Nase. Darüber hinaus haben Kinder bis zum Alter von zehn Jahren acht bis zwölf Virusinfektionen pro Jahr, die ähnliche Symptome wie eine Pollenallergie hervorrufen. Die Behandlung der Beschwerden ist jedoch bei Kindern und Erwachsenen grundsätzlich gleich. Zum Einsatz kommen Nasensprays, Augentropfen, Asthmainhalatoren und Tabletten. Hinzu kommen Präparate aus der Pflanzenheilkunde und der Alternativmedizin. Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung ist die Allergenkarenz. Dazu gehört, bestimmte Tageszeiten und Orte mit starkem Pollenflug zu meiden, die Nase mit Salzwasser zu spülen, getragene Kleidung ausserhalb des Schlafzimmers aufzubewahren sowie vor dem Schlafengehen zu duschen und die Pollen aus den Haaren zu waschen.

    Etagenwechsel in den Bronchien verhindern

    Bei etwa drei von zehn Pollenallergikern kommt es früher oder später zu einem Übergreifen der Allergie auf die Bronchien, dem sogenannten Etagenwechsel. Diese Zahlen sind ein starkes Argument, rechtzeitig eine allergenspezifische Immuntherapie in Erwägung zu ziehen. Die allergenspezifische Immuntherapie (Desensibilisierung) ist die einzige ursächliche Therapie der Pollenallergie. Die Allergene müssen dazu vom Arzt bestimmt werden. Dann werden sie während drei bis fünf Jahren in steigender Dosierung unter die Haut gespritzt oder als Tabletten beziehungsweise Tropfen unter der Zunge verabreicht. Dadurch gewöhnt sich der Körper an das Allergen. Die Immuntherapie wirkt sehr gut gegen Gräser-, Birken- und andere Frühblüherpollen. Auch gegen eine Milbenallergie ist sie gut wirksam. Gerade für Patienten mit ausgeprägten Symptomen lohnt sich ein Arztgespräch. Die meisten Präparate sind ab einem Alter von fünf bis sechs Jahren zugelassen. Mutter Heidi hat sich und ihre Töchter jetzt bei einem Allergologen angemeldet. Sie träumt davon, eines Tages beschwerde- und sorgenfrei mit ihrer Familie den Frühling geniessen zu können.

    Volksapotheke hilft

    Bei Fragen rund um Ihre Gesundheit sind die Mitarbeitenden der Volksapotheke Ihre erste Anlaufstelle – fachkundig, persönlich und diskret.

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