Wenn Kinder unruhig sind

Geschrieben von Volksapotheke | 13.11.2022 13:15:00

Kinder besitzen natürlicherweise ein hohes Energiepotenzial. Mangelnde Bewegung, langweilige Autofahrten oder lange sitzende Stunden bei den Hausaufgaben können so schnell zu Unruhe führen. Je älter das Kleinkind ist, desto eher können auch Emotionen wie Angst eine innere Unruhe verursachen.

Je älter Kinder werden, desto häufiger spielen neben körperlicher Energie auch Gefühle wie Angst, Unsicherheit oder Stress eine Rolle. Nicht immer steckt hinter einem unruhigen Verhalten etwas Krankhaftes. Oft handelt es sich um vorübergehende Phasen, in denen Kinder besonders sensibel auf ihre Umgebung reagieren.

 

Bewegung und Ruhe in Balance bringen

Ausreichend Bewegung während des Tages hilft Kindern dabei, überschüssige Energie abzubauen. Gerade nach langen Schulstunden oder längeren Phasen des Sitzens tut körperliche Aktivität gut. Wichtig ist dabei eine gesunde Mischung aus Bewegung und Ruhe.

Kinder brauchen Möglichkeiten zum Austoben, gleichzeitig aber auch bewusste Erholungsphasen. Ein strukturierter Alltag mit genügend Zeit für beides kann helfen, innere Unruhe zu reduzieren.

 

Kleine Pausen helfen beim Abschalten

Nach der Schule oder während der Hausaufgaben können kurze, kindsgerechte Pausen helfen, Spannungen abzubauen. Kleine Unterbrechungen mit Bewegung, frischer Luft oder kreativen Aktivitäten fördern die Konzentration und helfen dem Kind, wieder zur Ruhe zu finden.

Auch Spaziergänge an der frischen Luft wirken oft beruhigend – nicht nur auf Kinder, sondern auch auf Erwachsene. Gleichzeitig stärkt gemeinsame Zeit draussen auch die Beziehung zwischen Eltern und Kind.

 

Mit Kindern über Sorgen sprechen

Nicht selten steckt hinter Unruhe ein bevorstehendes Ereignis, das das Kind beschäftigt oder verunsichert. Prüfungen, neue Situationen oder Veränderungen im Alltag können Ängste auslösen.

In solchen Momenten hilft es, offen mit dem Kind zu sprechen und genügend Raum für Fragen und Gefühle zu lassen. Kinder fühlen sich oft sicherer, wenn sie ernst genommen werden und ihre Sorgen aussprechen dürfen.

 

Rituale geben Sicherheit

Besonders am Abend können feste Rituale Kindern helfen, besser abzuschalten. Gute-Nacht-Geschichten, ein Nachtlicht oder ruhige Einschlafrituale vermitteln Sicherheit und Orientierung.

Auch beruhigende Düfte wie Lavendel werden von vielen Familien als angenehm empfunden. Beispielsweise können Raumsprays oder Kissen mit ätherischen Ölen unterstützend wirken und das Einschlafen erleichtern.

 

Bildschirmzeit bewusst begrenzen

Computer, Smartphones und Tablets gehören heute zum Alltag vieler Kinder. Gerade vor dem Schlafengehen kann zu viel Bildschirmzeit jedoch problematisch sein. Das blaue Licht der Bildschirme hemmt die Produktion des Schlafhormons Melatonin, welches für Müdigkeit und einen erholsamen Schlaf wichtig ist.

Deshalb empfiehlt es sich, digitale Medien insbesondere am Abend bewusst zu begrenzen und ausreichend bildschirmfreie Zeit einzuplanen.

 

Die Stimmung der Eltern wirkt mit

Kinder nehmen Stimmungen aus ihrem Umfeld oft sehr sensibel wahr. Sorgen, Stress oder Anspannung der Eltern können sich deshalb auch auf das Verhalten des Kindes übertragen.

Ein möglichst ruhiges Umfeld, klare Strukturen und bewusste Erholungsphasen helfen oft nicht nur Kindern, sondern der ganzen Familie.

 

Pflanzliche oder homöopathische Unterstützung

Für bestimmte kindliche Unruhezustände gibt es pflanzliche oder homöopathische Präparate, die unterstützend eingesetzt werden können. Gerade in besonders unruhigen Phasen greifen manche Eltern ergänzend auf solche Produkte zurück.

Wichtig ist dabei eine altersgerechte Anwendung sowie eine fachliche Beratung.

 

Wann sollte professionelle Hilfe gesucht werden?

Die Grenzen zwischen natürlicher Verspieltheit, Bewegungsdrang und behandlungsbedürftiger Unruhe sind fliessend. Nicht jedes lebhafte Kind hat ADHS und nicht jede Zurückhaltung weist automatisch auf Ängste hin.

Dennoch gibt es Situationen, in denen eine ärztliche oder therapeutische Abklärung sinnvoll sein kann. Dazu gehören beispielsweise:

  • vermehrt aggressives oder stark hibbeliges Verhalten
  • starke Konzentrationsschwierigkeiten
  • ausgeprägte Impulsivität und dauerhafte Unruhe
  • unvorhersehbare Verhaltensweisen
  • grosse Ungeduld oder Rücksichtslosigkeit
  • Ein- und Durchschlafprobleme
  • körperliche Beschwerden wie Schwitzen, Herzrasen, Schwindel oder Bauchschmerzen
  • anhaltende Ängste und Sorgen
  • Zittern, Kopfschmerzen oder Verspannungen

Halten solche Beschwerden über längere Zeit an oder belasten sie das Kind stark im Alltag, sollte professionelle Unterstützung in Anspruch genommen werden.

 

Kinder brauchen Verständnis und Begleitung

Unruhe bei Kindern kann viele Ursachen haben und gehört teilweise zur normalen Entwicklung dazu. Umso wichtiger ist ein verständnisvoller Umgang mit den Bedürfnissen des Kindes. Oft helfen bereits kleine Veränderungen im Alltag, mehr Ruhe und Sicherheit zu schaffen.