Schlaflos im Sommer

Geschrieben von Valentin Dachs | 17.05.2026 22:15:00

Der Sommer bringt Licht, Wärme und oft auch mehr Leichtigkeit in den Alltag. Gleichzeitig berichten viele Menschen gerade in dieser Zeit von Ein- und Durchschlafproblemen. Die Ursachen dafür sind selten offensichtlich – und meist eine Kombination aus äusseren Einflüssen und veränderten Gewohnheiten.

Ein zentraler Faktor ist die Temperatur. Hitzetage und «Tropennächte» mit Temperaturen über 20°C erschweren es dem Körper, seine Kerntemperatur zu senken – ein wichtiger Schritt, um in den Schlaf zu finden. Bleibt es im Schlafzimmer zu warm, wird das Einschlafen verzögert, der Schlaf insgesamt leichter und anfälliger für Unterbrüche.

Auch das Licht spielt eine Rolle. Lange Tage und helle Abende beeinflussen die innere Uhr. Der Körper produziert weniger Melatonin, das Hormon, das den Schlaf einleitet. Die Folge: Müdigkeit setzt später ein, der gewohnte Rhythmus verschiebt sich.

 

Ein Alltag, der aus dem Takt gerät

Neben den äusseren Bedingungen verändert sich im Sommer oft auch der Lebensstil. Mahlzeiten finden später statt, Abende werden länger, spontane Aktivitäten nehmen zu. Diese Flexibilität gehört zum Sommer und wir lieben sie! Sie kann aber auch dazu führen, dass feste Strukturen verloren gehen.

Gerade der Schlaf reagiert sensibel auf solche Veränderungen. Spätes Essen, Geselligkeit im Freien, Alkohol oder auch intensive Bildschirmnutzung am Abend halten den Körper auf Hochtouren. Auch Stress spielt eine ernstzunehmende Rolle. Ein voller Terminkalender oder das Bedürfnis, die langen Tage «ausnutzen» zu wollen, können dazu führen, dass die notwendige Ruhephase zu kurz kommt.

 

Kleine Anpassungen mit grosser Wirkung

Was helfen kann, sind selten grundlegende Veränderungen. Vielmehr helfen gezielte Anpassungen im Alltag. Ein gut gelüftetes, abgedunkeltes Schlafzimmer schafft bessere Voraussetzungen für die Nacht. Leichte Bettwäsche und eine reduzierte Raumtemperatur durch gutes «Klimamanagement» am Tag unterstützen den Körper dabei, herunterzufahren.

Auch die Abendgestaltung spielt eine wichtige Rolle. Leichte Mahlzeiten, ausreichend Abstand zwischen Essen und Schlafengehen sowie bewusst ruhige Phasen ohne Bildschirm können den Übergang in die Nacht erleichtern. Feste Rituale – etwa ein kurzer Spaziergang, ein Buch oder Entspannungsübungen – helfen, dem Körper ein klares Signal zu geben.

 

Sanfte Unterstützung bei Bedarf

Wenn das Einschlafen dennoch schwerfällt, können pflanzliche Mittel eine sinnvolle Ergänzung sein. Präparate mit Baldrian, Passionsblume oder Melisse unterstützen die natürliche Entspannung, ohne den Schlaf zu erzwingen. Wichtig ist dabei eine individuelle Beratung, um das passende Produkt zu finden.

 

Auch die Apotheke kann helfen, mögliche Ursachen einzuordnen und gezielt Lösungen vorzuschlagen – insbesondere dann, wenn Schlafprobleme über längere Zeit bestehen bleiben.

 

Den eigenen Rhythmus wiederfinden

Schlaf ist kein starres System, sondern reagiert sensibel auf Veränderungen. Gerade im Sommer verschiebt sich vieles oft unbemerkt. Wer genauer hinschaut, erkennt jedoch schnell, welche Faktoren den eigenen Schlaf beeinflussen.

Nicht jeder unruhige Abend ist problematisch. Entscheidend ist, die eigenen Gewohnheiten wahrzunehmen und dort anzusetzen, wo kleine Anpassungen bereits eine spürbare Wirkung entfalten können.