Schnupfen, Husten und Halsschmerzen gehören besonders in den ersten Lebensjahren zum Alltag. Meist verläuft eine Erkältung harmlos. Je jünger das Kind ist, desto wichtiger ist es jedoch, seinen Allgemeinzustand und mögliche Warnzeichen aufmerksam zu beobachten.
Eine Erkältung ist eine durch Viren verursachte Infektion der oberen Atemwege – sie entsteht nicht, weil ein Kind zu dünn angezogen war oder gefroren hat. In der kalten Jahreszeit halten sich Menschen häufiger gemeinsam in Innenräumen auf, sodass sich Atemwegsviren leichter verbreiten. Kinder begegnen in der Kita, im Kindergarten oder in der Schule zudem vielen neuen Erregern. Fünf bis acht Erkältungen pro Jahr sind deshalb keine Seltenheit; in den ersten Lebensjahren können es auch mehr sein.
Regelmässiges Händewaschen, Husten und Niesen in die Armbeuge sowie gründliches Lüften senken das Ansteckungsrisiko. Kranke Familienmitglieder sollten engen Kontakt zu einem Baby möglichst vermeiden. Wichtig ist ausserdem eine rauchfreie Umgebung.
Babys verlieren schneller Körperwärme als Erwachsene und sollten im Freien der Witterung entsprechend angezogen werden. Mehrere dünne Kleidungsschichten lassen sich gut an Temperaturwechsel anpassen. Als Faustregel genügt meist eine Schicht mehr, als eine erwachsene Person trägt. Mütze, warme Füsse und trockene Kleidung schützen vor Auskühlung. Gleichzeitig sollte das Baby nicht überhitzen. Kontrollieren Sie dafür Nacken oder Brust statt Hände und Füsse, die sich oft kühl anfühlen.
Bei Schnupfen kann eine isotone Kochsalzlösung die Nasenatmung erleichtern. Bieten Sie weiterhin regelmässig die Brust oder den Schoppen an; bei verstopfter Nase sind kleinere Mahlzeiten oft angenehmer. Erkältungspräparate, ätherische Öle und Salben sind nicht automatisch für Säuglinge geeignet und sollten nur nach fachlicher Empfehlung verwendet werden. Honig ist im ersten Lebensjahr tabu.
Bei einem Baby unter drei Monaten muss Fieber ab 38 °C ohne Verzögerung ärztlich abgeklärt werden. Auch Trinkschwäche, deutlich weniger nasse Windeln, auffällige Müdigkeit oder angestrengte Atmung sind Gründe, rasch medizinischen Rat einzuholen.
Typische Beschwerden sind Schnupfen, Niesen, Husten, Halsschmerzen, weniger Appetit, Müdigkeit und manchmal Fieber. Meist bessern sie sich innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst. Ein Husten kann länger anhalten.
Ruhe, Schlaf und Zuwendung helfen bei der Erholung. Bieten Sie regelmässig Wasser oder ungesüssten Tee an. Kochsalzlösung kann bei einer verstopften Nase helfen. Kinder ab einem Jahr dürfen bei Husten etwas Honig erhalten, beispielsweise in einem lauwarmen Getränk. Er lindert Beschwerden, bekämpft aber nicht die Ursache.
Verwenden Sie Medikamente nur, wenn sie für das Alter und Gewicht des Kindes geeignet sind. Viele frei verkäufliche Husten- und Erkältungsmittel sind für jüngere Kinder nicht empfohlen. Auch pflanzliche oder «natürliche» Präparate sind nicht grundsätzlich harmlos. Lassen Sie sich in der Apotheke oder in der Kinderarztpraxis beraten und halten Sie sich genau an die angegebene Dosierung.
Ältere Kinder können ihre Beschwerden meist besser beschreiben. Auch für sie sind Ruhe, Flüssigkeit und eine angenehme Raumtemperatur wichtig. Ein warmes Getränk mit Honig kann Husten und Halsschmerzen lindern. Lutschpastillen kommen nur infrage, wenn das Kind sie sicher lutschen kann und das Präparat für sein Alter zugelassen ist.
Ein Kind mit Fieber oder deutlich reduziertem Allgemeinzustand sollte zu Hause bleiben. Sobald es wieder fieberfrei ist, ausreichend belastbar erscheint und insgesamt einen gesunden Eindruck macht, kann es in der Regel wieder den Kindergarten oder die Schule besuchen. Massgebend sind zusätzlich die Vorgaben der jeweiligen Einrichtung.
Eine gewöhnliche Erkältung heilt meist ohne besondere Behandlung aus. Antibiotika helfen nicht gegen Erkältungsviren. Entscheidend ist deshalb, die Beschwerden zu lindern und den Verlauf zu beobachten.
Ärztlicher Rat ist insbesondere dann nötig, wenn das Kind schlecht oder angestrengt atmet, sehr schnell atmet, pfeifende Atemgeräusche zeigt oder sich die Haut beziehungsweise die Lippen bläulich verfärben. Auch ein sehr schlechter Allgemeinzustand, ungewöhnliche Schläfrigkeit, ein steifer Nacken, starke Schmerzen, anhaltendes Fieber, fehlende Flüssigkeitsaufnahme oder deutlich weniger Urin sind Warnzeichen. Lassen Sie das Kind auch dann untersuchen, wenn sich die Beschwerden zunächst bessern und dann wieder deutlich verschlechtern. Holen Sie sich Hilfe, wenn Sie sich um seinen Zustand sorgen. Niemand kennt Ihr Kind so gut wie Sie!